Der Star im Garten: Was Stare fressen und warum sie Weichfutter lieben
Stare gehören zu den anspruchsvollsten Wildvögeln, was ihre Ernährung betrifft. Wer versteht, was diese Zugvögel wirklich brauchen, kann sie gezielt und artgerecht unterstützen.
Stare (Sturnus vulgaris) sind unverwechselbar: das schillernde Gefieder, das virtuose Repertoire an Pfiffen und Imitationen und nicht zuletzt das beeindruckende Schauspiel ihrer Schwärme am Abendhimmel. Doch so faszinierend ihr Verhalten auch ist – wer Stare dauerhaft in den Garten locken oder verwunderten Jungtieren helfen möchte, muss vor allem eine Frage beantworten: Was fressen Stare eigentlich, und wie lassen sich diese Bedürfnisse artgerecht erfüllen?
Die Antwort überrascht viele: Stare sind ausgesprochene Weichfutterfresser. Anders als Körnerfresser – etwa Finken oder Spatzen – besitzen sie keinen kräftigen, zum Knacken geeigneten Schnabel. Ihr spitzer, leicht gebogener Schnabel ist perfekt auf weiches, proteinreiches Futter ausgerichtet: Mehlwürmer, Larven, Würmer und weiche Früchte. Diese Erkenntnis ist der Schlüssel zu einer wirklich sinnvollen Wildvogelfütterung.
Das Nahrungsspektrum des Stars variiert erheblich je nach Jahreszeit. Im Frühjahr und Sommer steht tierisches Futter klar im Vordergrund. Stare durchsuchen dann intensiv Rasenflächen, Äcker und Wiesenränder nach Mehlwürmer, Käferlarven, Regenwürmern, Schnecken und anderen Bodentieren. Gerade in der Brutzeit, wenn sie Nestlinge großziehen, kann der tierische Anteil an der Gesamtnahrung auf bis zu 80 Prozent ansteigen – denn die Jungvögel brauchen hochverdauliches Protein für ihr rasantes Wachstum.
Im Herbst und Winter verschiebt sich das Bild. Da Mehlwürmer kaum noch verfügbar sind, weichen Stare auf weiche Früchte und Beeren aus: Holunder, Hartriegel, Vogelbeere und Weintrauben stehen dann auf dem Speiseplan. Hartes Saatgut oder trockene Getreidekörner nehmen sie hingegen so gut wie nie an – der Schnabel ist schlicht nicht dafür ausgelegt.
Lebende Mehlwürmer stehen in einem durchschnittlichen Hausgarten gerade in der kalten Jahreszeit kaum zur Verfügung. Genau hier setzt hochwertiges getrocknetes Mehlwürmerfutter an. Getrocknete Mehlwürmer (Tenebrio molitor) und die Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens, kurz BSF) sind ideale natürliche Proteinlieferanten, die der frischen tierischen Nahrung in ihrer Nährstoffzusammensetzung sehr nahekommen.
Getrocknete Mehlwürmer enthalten je nach Verarbeitung rund 50–54 % Rohprotein und 25–28 % Fett – ein konzentriertes Energiepaket, das besonders in Kältephasen willkommen ist. BSF-Larven punkten zusätzlich mit einem günstigen Kalzium-Phosphor-Verhältnis und einem hohen Anteil an Laurinsäure, die antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Aktuelle Forschungsarbeiten – unter anderem im Rahmen des IGF-Projekts InsectDry sowie durch Arbeitsgruppen der TU München und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – beschäftigen sich intensiv mit der Nährstoffstabilität und optimalen Trocknungsverfahren für Speiseinsekten, um deren Qualität dauerhaft zu sichern.
Ein weiterer praktischer Vorteil: Getrocknetes Mehlwürmerfutter lässt sich hygienisch lagern, zieht keine unerwünschten Schädlinge an und ist ganzjährig verfügbar. Für die Fütterung empfiehlt die Wormm-Redaktion, die Mehlwürmer vor dem Anbieten kurz in lauwarmem Wasser einzuweichen – so werden sie wieder weich und nehmen damit die Konsistenz an, die Stare aus der Natur kennen.
„Stare brauchen kein Körnerfutter – sie brauchen Protein. Wer getrocknete Mehlwürmer anbietet und kurz einweicht, trifft den natürlichen Ernährungsbedarf dieser Weichfutterfresser nahezu perfekt.”
Wormm-RedaktionViele Gartenbesitzer greifen intuitiv zu fertigem Streufutter für Wildvögel – und wundern sich, dass Stare es kaum annehmen. Der Grund liegt in der Schnabelanatomie: Stare besitzen einen relativ schlanken, spitzen Schnabel mit kräftiger Muskulatur, die auf das Aufspreizen in der Erde ausgelegt ist (sogenanntes „Stochern”). Sie können damit Boden aufbrechen und Nahrung herausziehen – aber keine harten Körner knacken.
Empfohlene Futterarten
- Getrocknete Mehlwürmer (eingeweicht)
- Getrocknete BSF-Larven (eingeweicht)
- Weiche Beeren (Holunder, Vogelbeere)
- Weichfutter-Mischungen (insektenbasiert)
- Kleine, weiche Früchte in Stücken
Nicht geeignete Futterarten
- Harte Getreidekörner (Weizen, Gerste)
- Sonnenblumenkerne (ungeknackt)
- Erdnüsse (ganz)
- Hartmais oder Hirse (trocken)
- Meisenknödel mit harter Schutzfolie
Das bedeutet nicht, dass Stare nie in die Nähe von Futterstellen kommen, die für andere Vogelarten gedacht sind – sie picken dort nach dem, was ihnen zusagt, und lassen den Rest liegen. Wer Stare wirklich fördern möchte, stellt ihnen jedoch eine eigene flache Futterablage oder eine offene Futterschale auf dem Boden bereit, gefüllt mit eingeweichten Mehlwürmer.
Stare sind Bodenfresser und Kurzgrasflächen-Spezialisten. In freier Natur sieht man sie selten an erhöhten Futterspendern – sie bevorzugen das Suchen auf dem Boden oder in niedrigem Gras. Für die Gartenfütterung bedeutet das:
Flache Futterschale oder Terrakotta-Untersetzer: Platzieren Sie eine niedrige, breite Schale auf dem Boden oder auf einem flachen Stein. Reinigen Sie die Schale täglich, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Einweichen vor dem Anbieten: Getrocknete Mehlwürmer oder BSF-Larven kurz (5–10 Minuten) in lauwarmem Wasser quellen lassen. Das steigert die Akzeptanz deutlich und liefert gleichzeitig Feuchtigkeit – gerade im Sommer wertvoll.
Zweimal täglich füttern: Morgens und am frühen Nachmittag sind Stare am aktivsten. Kleine Portionen sind besser als große, die verderbliche Reste hinterlassen.
Katzen- und Greifvogelschutz: Stare, die auf dem Boden fressen, sind exponiert. Stellen Sie die Futterschale in der Nähe von Büschen auf, die als Fluchtmöglichkeit dienen. Das EigenArt Katzenhaus empfiehlt zudem, Freigänger-Katzen in der Morgen- und Abenddämmerung drinnen zu halten, wenn Vögel besonders aktiv sind.
Hinweis zur Tiergesundheit
Finden Sie einen verletzten oder geschwächten Star, nehmen Sie möglichst rasch Kontakt zu einer Wildtierstation auf. Organisationen wie das Haus der Igel oder eine Auffangstation für Reptilien und Exoten in Ihrer Nähe können oft weiterhelfen oder vermitteln. Im Zweifel gilt: Konsultieren Sie stets eine Tierarztpraxis mit Erfahrung in der Wildtierversorgung, bevor Sie eigenständig eingreifen.
Was viele nicht wissen: Der Star steht in manchen Teilen Europas auf der Vorwarnliste gefährdeter Vogelarten. Der Rückgang intensiv genutzter Wiesen und der damit verbundene Verlust an bodenlebenden Mehlwürmer setzen der Art zu. Monotone Rasenflächen ohne Bodenleben bieten kaum noch Nahrung; auch der Rückgang alter Obstbäume mit Höhlen als Brutplätzen spielt eine Rolle.
Wer im Garten gezielt Weichfutter anbietet, leistet damit mehr als eine nette Geste – er kompensiert ein Nahrungsdefizit, das industrielle Landwirtschaft und Flächenversiegelung hinterlassen haben. Ergänzend dazu können Sie das Gartenstück für Stare attraktiver gestalten: einen Nistkasten mit großem Einflugdurchmesser (45 mm) anbringen, einen Regenwurm-freundlichen Kompostbereich anlegen oder auf chemische Insektizide verzichten.
Auch der Aspekt Klimaschutz verdient einen Blick: Mehlwürmerfutter aus nachhaltiger Produktion hat eine deutlich bessere Ökobilanz als tierisches Futter aus konventioneller Landwirtschaft. Wormm unterstützt das Aufforstungsprojekt Trees for All, das Lebensräume für Wildvögel und Mehlwürmer langfristig sichert.
Darf ich Stare ganzjährig füttern? Ja. Ganzjährige Fütterung mit Weichfutter ist unbedenklich und besonders in der Brutzeit sowie in strengen Wintermonaten sinnvoll. Wichtig ist die tägliche Reinigung der Futterstelle.
Kann ich zu viel füttern? Eine Überfütterung ist praktisch ausgeschlossen, solange Sie die Portionen den tatsächlich erscheinenden Vögeln anpassen. Reste sollten nicht liegen bleiben, weil sie Ratten anlocken könnten.
Stare fressen meine Sonnenblumenkerne – ist das normal? Stare picken gelegentlich an Futterstellen für andere Vogelarten und nehmen dabei auch kleinere Kerne mit. Ideal ist das für sie nicht – aber ein dediziertes Weichfutter-Angebot lenkt sie auf das für sie geeignetere Futter.
Welche Menge ist pro Tier ausreichend? Ein ausgewachsener Star nimmt täglich etwa 40–70 g Nahrung zu sich. Beim Einweichen verdoppelt sich das Gewicht getrockneter Mehlwürmer in etwa, sodass rund 20–30 g Trockenfutter pro Tier und Tag als Orientierungswert dienen können.
Artgerechtes Weichfutter direkt aus Holzgerlingen
Wormm bietet getrocknete Mehlwürmer und BSF-Larven in Premiumqualität – in praktischen Mengen von 1 bis 20 kg, schonend getrocknet und hygienisch verpackt. Ideal für alle, die Stare und andere Weichfutterfresser im Garten das ganze Jahr über artgerecht versorgen möchten.
Getrocknete Mehlwürmer BSF-Larven entdecken Wildvogel-Futter