Eichhörnchen-Futterhaus selber bauen: Die Anleitung
Ein selbst konstruiertes Futterhaus ist die zuverlässigste Methode, Eichhörnchen dauerhaft in den Garten zu locken – vorausgesetzt, Maße, Material und Befüllung stimmen. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt zum Ergebnis.
Eichhörnchen sind neugierige, anpassungsfähige Tiere – und doch stehen sie in vielen Gärten vor einem echten Engpass: Gerade in langen Wintern und im Frühjahr, wenn die angelegten Vorräte erschöpft sind, fehlt es an energiereicher Nahrung. Ein selbst gebautes Futterhaus schließt diese Lücke auf elegante Weise, ohne in die Abläufe der Tiere einzugreifen. Wer einmal verstanden hat, wie Eichhörnchen fressen, auf welche Konstruktionsdetails es ankommt und welches Futter wirklich geeignet ist, kann mit einfachen Mitteln ein dauerhaftes Angebot schaffen.
Die folgende Anleitung richtet sich sowohl an handwerkliche Einsteiger als auch an erfahrene Heimwerkerinnen und Heimwerker. Sie erklärt, welches Holz Sie benötigen, wie die Konstruktion aufgebaut wird und wie Sie das fertige Haus sicher und tierschutzgerecht befestigen.
Warum ein Futterhaus – und wann es wirklich sinnvoll ist
Eichhörnchen legen im Herbst Tausende kleiner Verstecke an – ein Verhalten, das Biologen als „scatter hoarding” bezeichnen. Sie erinnern sich jedoch nicht an jeden einzelnen Ort. Besonders junge Tiere, die erstmals einen Winter erleben, sowie Weibchen während der Aufzuchtphase im Frühjahr sind auf ergänzende Nahrungsquellen angewiesen. Ein Futterhaus bietet genau in diesen Phasen verlässliche Energie.
Wichtig ist dabei: Das Futterhaus ersetzt keine natürlichen Nahrungsquellen, sondern ergänzt sie. Wer gleichzeitig heimische Bäume wie Eichen, Haselnuss oder Vogelkirsche im Garten hat, schafft die ideale Kombination aus natürlichem Lebensraum und strukturierter Fütterungsmöglichkeit. Naturschutzorganisationen wie das Haus der Igel weisen darauf hin, dass eine standorttreue, regelmäßige Fütterung Wildtieren deutlich mehr nützt als eine unregelmäßige.
Materialliste und Werkzeug
Für ein robustes, witterungsbeständiges Futterhaus benötigen Sie unbehandeltes Lärchenholz oder Fichte mit einer Brettstärke von mindestens 18 mm. Behandeltes Holz (lackiert, imprägniert) ist für Eichhörnchen-Kontakt ungeeignet – die Tiere nagen regelmäßig an Holzflächen und können Schadstoffe aufnehmen.
| Bauteil | Maße (B × H in cm) | Anzahl | Material |
|---|---|---|---|
| Boden | 25 × 20 | 1 | Lärche 18 mm |
| Rückwand | 25 × 30 | 1 | Lärche 18 mm |
| Seitenwand | 20 × 30 (trapezförmig für Dach) | 2 | Lärche 18 mm |
| Dachbrett | 30 × 15 (je Seite) | 2 | Lärche 18 mm |
| Frontlippe / Randleiste | 25 × 3 | 1 | Lärche 15 mm |
| Befestigungslasche | 8 × 15 | 2 | Lärche 18 mm |
Werkzeug: Säge (Hand- oder Kreissäge), Bohrmaschine, Holzbohrer 3 mm und 8 mm, Akkuschrauber, Schleifpapier Körnung 80/120, Winkel, Bleistift, Maßband, Edelstahlschrauben 3,5 × 40 mm sowie 3,5 × 25 mm.
Schritt-für-Schritt-Bauanleitung
Die Konstruktion folgt dem Prinzip einer offenen Futterplattform mit drei geschlossenen Seiten und einem schützenden Satteldach. Die offene Front ermöglicht Eichhörnchen den ungehinderten Zugang von vorn und von der Seite – gleichzeitig schützt das Dach Futter und Tier vor Regen.
- Zuschnitt: Schneiden Sie alle Bretter nach der Tabelle zu. Die Seitenwände erhalten an der Oberkante einen Giebelschnitt mit 30° Winkel, damit das Satteldach bündig aufliegt. Schleifen Sie alle Schnittkanten glatt.
- Boden vorbohren: Bohren Sie im Boden vier Entwässerungslöcher (Ø 8 mm) an den Ecken. Das verhindert Staunässe, die Futter schimmeln lässt.
- Seitenwände montieren: Schrauben Sie die beiden Seitenwände senkrecht auf den Boden. Verwenden Sie je zwei Edelstahlschrauben 3,5 × 40 mm pro Seite und bohren Sie stets vor, um Holzrisse zu vermeiden.
- Rückwand befestigen: Die Rückwand schließen Sie bündig mit dem hinteren Bodenrand. Sie wird mit den Seitenwänden verschraubt (je zwei Schrauben pro Seite) und sitzt außen auf dem Boden auf.
- Frontlippe anbringen: Die schmale Randleiste (25 × 3 cm) schrauben Sie vorn auf den Boden. Sie verhindert, dass Futter herausrollt – und bietet Eichhörnchen gleichzeitig eine Sitzfläche beim Fressen.
- Dach montieren: Legen Sie die beiden Dachbretter symmetrisch auf die Giebelkanten der Seitenwände. Sie überstehen vorn und hinten je 3–4 cm. Schrauben Sie von außen durch die Seitenwand ins Dachbrett. Am First können Sie optional eine dünne Dachleiste (First-Abdeckung) aufleimen, um Feuchtigkeit fernzuhalten.
- Befestigungslaschen anschrauben: Befestigen Sie die zwei Holzlaschen senkrecht an der Rückwand, oben und unten. Sie lassen je ein Ø-8-mm-Loch frei für ein Montageseil oder einen Haken. Verwenden Sie keine Nägel direkt in den Baum.
- Oberfläche behandeln: Tragen Sie ein einziges Mal naturreines Leinöl dünn auf alle Außenflächen auf (keine Lacke, keine synthetischen Öle). Es konserviert das Holz, ohne Tieren zu schaden. Trocknen lassen Sie mindestens 48 Stunden.
„Ein Futterhaus aus unbehandeltem Holz mit ausreichend Dachüberstand hält fünf bis sieben Jahre – vorausgesetzt, es wird einmal jährlich im Frühherbst gereinigt und gegebenenfalls mit Leinöl nachbehandelt.”
Wormm-Redaktion · PraxishinweisStandortwahl und Befestigung
Der Standort entscheidet maßgeblich darüber, ob das Futterhaus angenommen wird. Eichhörnchen bevorzugen erhöhte Positionen mit Sichtlinie in mehrere Richtungen – das entspricht ihrem natürlichen Fluchtverhalten. Gleichzeitig sollte das Haus windgeschützt sein.
Montieren Sie das Futterhaus in 1,5 bis 2 Meter Höhe an einem Baum oder einem starken Ast. Zu tief ist für Eichhörnchen unattraktiv und begünstigt den Zugang durch andere Tiere; zu hoch erschwert Ihnen das Nachfüllen erheblich. Binden Sie das Haus mit einem Naturfaserseil oder verwenden Sie eine Edelstahlschraube mit breiter Unterlegscheibe in den Baum – aber nur eine einzige Schraube, damit der Baum minimal belastet wird.
Achten Sie darauf, dass das Futterhaus nicht in direkter Nähe einer Straße hängt. Eichhörnchen geraten auf dem Weg zum Futter in Unfallgefahr. Ein ruhiger Gartenbereich mit Sichtkontakt zum Wohnraum ist ideal – so können Sie die Besucher beobachten, ohne sie zu stören.
Das richtige Futter: Was ins Haus gehört – und was nicht
Die Futterwahl ist entscheidend für den Erfolg und die Gesundheit der Tiere. Eichhörnchen sind Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf energie- und fetthaltiger Pflanzenkost – ergänzt durch Mehlwürmer und Larven, die in der Natur einen wichtigen Proteinanteil liefern.
- Getrocknete Mehlwürmer (hoher Proteinanteil)
- Getrocknete BSF-Larven (Hermetia illucens)
- Sonnenblumenkerne (ungesalzen, ungeröstet)
- Haselnüsse in der Schale
- Walnüsse, Bucheckern
- Tannenzapfenschuppen (natürlich)
- Gesalzene oder gewürzte Nüsse
- Brot, Zwieback, Getreideprodukte
- Erdnüsse (Schimmelrisiko, falsche Fettsäuren)
- Süßigkeiten jeder Art
- Frisches Obst (fault schnell, zieht Wespen an)
- Milchprodukte
Getrocknete Mehlwürmer – Mehlwürmer wie auch Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens, kurz BSF) – sind für Eichhörnchen eine besonders wertvolle Ergänzung. Sie liefern hochverfügbares Protein und essenzielle Aminosäuren, die gerade in der Jungtieraufzucht und beim Fellwechsel gefragt sind. Forschungsprojekte wie das IGF-Projekt InsectDry sowie Arbeiten der TU München und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg belegen, dass schonend getrocknete Mehlwürmer ihre Nährstoffprofile nahezu vollständig erhalten – ein entscheidender Qualitätsfaktor.
Bieten Sie stets nur so viel Futter an, wie innerhalb von ein bis zwei Tagen aufgenommen wird. Überschüsse schimmeln, ziehen Schädlinge an und können Eichhörnchen krank machen. Im Zweifel gilt: lieber weniger und dafür frisch.
Pflege, Reinigung und Saisonkalender
Ein Futterhaus ist kein „set and forget”-Projekt. Regelmäßige Reinigung ist aus hygienischen Gründen unerlässlich: Futterschalen oder die Holzoberfläche des Bodens werden mit einer trockenen Bürste von Resten befreit, einmal monatlich mit heißem Wasser ausgespült und vollständig getrocknet, bevor frisches Futter eingefüllt wird. Verwenden Sie keine chemischen Reiniger.
Der Fütterungskalender orientiert sich am natürlichen Nahrungsangebot:
- November – Februar (Kernfütterungszeit): Tägliche oder zweitägige Fütterung. Energiereiches Futter wie Walnüsse, Sonnenblumenkerne und getrocknete Mehlwürmer bevorzugen.
- März – April (Engpasszeit): Natürliche Vorräte sind aufgebraucht, neue Nahrungsquellen noch nicht verfügbar. Besonders wichtige Fütterungsphase für Muttertiere.
- Mai – August (Reduktionsphase): Das natürliche Angebot wächst. Fütterungsmenge reduzieren, damit Eichhörnchen ihr Nahrungssuchverhalten aufrechterhalten.
- September – Oktober (Hortierungsphase): Eichhörnchen legen Vorräte an. Angebot von Nüssen in der Schale sinnvoll; sie werden aktiv eingetragen und gelagert.
Der Bau eines Eichhörnchen-Futterhauses ist ein kleines, aber wirkungsvolles Naturschutzprojekt, das mit überschaubarem Aufwand dauerhaften Nutzen schafft. Wenn Sie zusätzlich heimische Pflanzen fördern und auf Pestizide im Garten verzichten, leisten Sie einen noch breiteren Beitrag – ganz im Sinne von Initiativen wie Trees for All, die Lebensräume für Wildtiere langfristig sichern.
Alle Gesundheits- und Verhaltenshinweise in diesem Artikel sind allgemeiner Natur. Bei Auffälligkeiten an Wildtieren wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt oder eine anerkannte Wildtierstation.
Wormm liefert schonend getrocknete Mehlwürmer, BSF-Larven und hochwertige Sonnenblumenkerne direkt aus Holzgerlingen – in Mengen von 1 bis 20 kg, abgefüllt ohne Zusatzstoffe. Natürliche Qualität, die Eichhörnchen und anderen Wildtieren wirklich nützt.
Wildtier-Futter entdecken Getrocknete Mehlwürmer ansehen Sonnenblumenkerne kaufen