Igel zählen zu den nützlichsten Gartenbewohnern überhaupt – und gleichzeitig zu den am stärksten gefährdeten Wildtieren in Mitteleuropa. Lebensraumverlust, aufgeräumte Gärten und ein immer engeres Nahrungsangebot setzen den stacheligen Mehlwürmerfressern zu. Ein Igelhaus kann hier einen echten Unterschied machen. Doch damit es Wirkung zeigt, kommt es auf den richtigen Moment der Aufstellung an. Die Wormm-Redaktion erklärt, wann das Igelhaus in den Garten sollte – und warum das Timing entscheidend ist.

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Das Jahresprogramm des Igels – ein kurzer Überblick

Um den richtigen Aufstellungszeitpunkt zu verstehen, lohnt ein Blick auf den Lebensrhythmus der Tiere. Igel sind Einzelgänger und folgen einem klar strukturierten Jahreszyklus, der sich grob in vier Phasen unterteilen lässt: Aktivphase im Frühsommer, Aufzuchtphase der Jungtiere im Hochsommer, intensive Fressphase im Herbst sowie Winterschlaf von Oktober/November bis März/April.

In der Aktivphase suchen Igel aktiv nach Revieren, Nahrung und Paarungspartnern. Weibchen bringen zwischen Juni und August – manchmal auch in einer zweiten Runde im September – ihre Jungen zur Welt. Diese Spätjungen sind besonders gefährdet, weil ihnen oft die Zeit fehlt, ausreichend Fettreserven für den langen Winterschlaf aufzubauen. Genau hier kann ein gut platziertes Igelhaus lebensrettend sein.

300–700 g Mindestgewicht vor dem Winterschlaf
Würfe pro Jahr möglich (Juni & Sept.)
4–6 km Streifgebiet pro Nacht
ca. 15°C Temperatur, ab der Igel aktiv werden
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Das beste Zeitfenster: August bis September

Der mit Abstand günstigste Zeitpunkt, ein Igelhaus aufzustellen, ist der Spätsommer – konkret der Zeitraum von Mitte August bis Ende September. In diesen Wochen sind erwachsene Igel besonders aktiv und auf der Suche nach geeigneten Überwinterungsplätzen. Ein frisch aufgestelltes Haus, das noch nach Holz und Umgebung duftet und mit trockenem Laub oder naturbelassenem Stroh ausgelegt ist, wird von neugierigen Tieren erkundet und womöglich als Winterquartier angenommen.

Wer das Haus erst im Oktober aufstellt, hat oft schlechte Karten: Viele Igel haben ihr Winterquartier zu diesem Zeitpunkt bereits bezogen oder befinden sich in der finalen Fressphase, in der sie kaum Zeit haben, unbekannte Orte zu inspizieren. Im schlimmsten Fall bleibt das Haus die erste Saison leer – was kein Drama ist, aber vermeidbar.

„Ein Igelhaus, das im August bereitsteht, hat weit mehr Chancen, noch im selben Herbst bezogen zu werden, als eines, das erst bei den ersten Frösten in den Garten kommt.”

Wormm-Redaktion
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Frühling als zweite Chance: März bis April

Wer den Spätsommertermin verpasst hat, bekommt im Frühling eine zweite Gelegenheit. Zwischen März und April erwachen Igel aus dem Winterschlaf – hungrig und auf der Suche nach Nahrung sowie einem geeigneten Tagesruheplatz. Ein zu diesem Zeitpunkt aufgestelltes Igelhaus kann als Schutzraum für Weibchen dienen, die bald mit dem Nachwuchs beschäftigt sein werden, sowie als Unterschlupf für Tiere, die bei einem späten Kälteeinbruch dringend Schutz benötigen.

Im Frühjahr aufgestellte Häuser dienen primär nicht als Winterquartier, sondern als sogenannte Sommerunterkünfte: Ruheplätze für den Tag, Schutzräume für Mütter mit Jungen, Orte, an denen sich Tiere bei schlechtem Wetter aufwärmen können. Diese Funktion ist keineswegs weniger wichtig als die des klassischen Winterquartiers.

Hinweis zur Tiergesundheit

Wenn Sie im Frühjahr einen Igel entdecken, der tagsüber außerhalb seines Unterschlupfs umherläuft oder deutlich abgemagert wirkt, handelt es sich möglicherweise um ein geschwächtes Tier. Kontaktieren Sie in diesem Fall bitte umgehend eine Wildtierstation oder einen Tierarzt. Das Haus der Igel ist eine erfahrene Anlaufstelle für verletzte und geschwächte Igel und berät gerne bei Fragen zur Erstversorgung.

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Spätsommer vs. Frühling – ein direkter Vergleich

Beide Aufstellungszeitpunkte haben ihre Berechtigung. Das Versus-Panel zeigt die jeweiligen Stärken auf einen Blick:

Empfohlen

August – September

  • Igel aktiv auf Quartiersuche
  • Haus kann vor Winterschlaf erkundet werden
  • Optimale Eingewöhungszeit
  • Höchste Wahrscheinlichkeit der Annahme
  • Schutz für Spätjunge gesichert
Alternative

März – April

  • Sinnvoll als Sommer-/Tagesunterschlupf
  • Schutz für Weibchen mit Jungen
  • Puffer bei späten Kälteeinbrüchen
  • Basis für kommenden Herbst gelegt
  • Kein Winterschlatz-Bezug in erster Saison
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Standort und Einrichtung: Was vor der Aufstellung zu beachten ist

Der Zeitpunkt allein entscheidet nicht über Erfolg oder Misserfolg. Mindestens genauso wichtig sind Standort und Ausstattung des Igelhauses. Folgende Punkte haben sich in der Praxis bewährt:

Standort: Das Haus sollte an einem ruhigen, halbschattigen Platz stehen – idealerweise unter einem Busch, an einer Hecke oder in einer Gartenecke, die von Hunden, Katzen und häufigem menschlichem Betrieb verschont bleibt. Der Eingang sollte nicht nach Norden zeigen, damit Zugluft und Nässe fernbleiben.

Material: Naturbelassenes Holz ohne chemische Behandlung ist Pflicht. Druckimprägniertes oder lackiertes Holz kann Igel abstoßen oder sogar schaden. Das Dach sollte gut abdichten, damit das Innere trocken bleibt.

Einstreuung: Trockenes Laub, naturbelassenes Stroh oder Heu eignen sich als Einstreu. Der Igel trägt erfahrungsgemäß selbst weiteres Material ein – das gehört zu seinem natürlichen Nestbauverhalten. Bitte niemals synthetische Materialien oder Zeitungspapier verwenden.

Abstand zum Haus: Mindestens zwei bis drei Meter Abstand zu stark befahrenen Wegen oder Terrassen empfehlen sich. Vibration und Lärm können Igel dauerhaft vergrämen.


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Zufütterung als ergänzende Maßnahme

Ein Igelhaus allein reicht in vielen Gärten nicht aus, um den Tieren durch kritische Phasen zu helfen. Besonders im Herbst – wenn Igel intensiv Fettreserven anlegen müssen – und nach dem Winterschlaf, wenn die natürlichen Nahrungsquellen noch spärlich sind, kann eine gezielte Zufütterung den Unterschied ausmachen.

Getrocknete Mehlwürmer haben sich hier als hervorragende Ergänzung erwiesen. Getrocknete Mehlwürmer und die Larven der Schwarzen Soldatenfliege (BSF/Hermetia illucens) liefern hochwertiges tierisches Protein, essenzielle Fettsäuren und eine natürliche Nährstoffzusammensetzung, die dem natürlichen Beutespektrum von Igeln sehr nahekommen. Das IGF-Forschungsprojekt InsectDry sowie Arbeitsgruppen der TU München und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg untersuchen aktuell Potenzial und Qualitätsstandards getrockneter Mehlwürmer als Tierfutter – mit vielversprechenden Ergebnissen, was Nährwertdichte und Haltbarkeit betrifft.

Wichtig: Zufütterung sollte niemals die natürliche Nahrungssuche vollständig ersetzen. Bieten Sie Futter immer an einer festen Stelle nahe dem Igelhaus an, und zwar bevorzugt in den Abend- und frühen Nachtstunden, wenn Igel aktiv sind. Im Zweifel zur richtigen Futtermenge und -zusammensetzung empfiehlt es sich, eine Wildtierstation oder einen Tierarzt zu befragen.

„Getrocknete Mehlwürmerlarven kombinieren hohe Energiedichte mit langer Haltbarkeit – ein praktischer und naturnaher Vorteil gegenüber frischem Futter, das in Sommerhitze schnell verdirbt.”

Wormm-Redaktion
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Was im Winter zu tun ist – und was nicht

Sobald ein Igel das Haus bezogen und seinen Winterschlaf begonnen hat, gilt eine goldene Regel: Nicht stören. Das Igelhaus sollte über die gesamte Winterschlafperiode unberührt bleiben. Kein Öffnen, kein Umstellen, kein Kontrollieren. Igel reagieren auf Störungen während des Winterschlafs mit einem Erwachen, das enorme Energiereserven kostet – in seltenen Fällen kann eine solche Störung fatal enden.

Sinnvoll ist es hingegen, das Haus von außen gegen Schnee und Kälte zu schützen: Laub als Isolierschicht über und um das Haus verteilen, ohne den Eingang zu blockieren. Wer im Herbst Fußspuren oder Einstreueste im Eingangsbereich bemerkt, kann davon ausgehen, dass das Haus bewohnt ist.

Praxiswissen & Netzwerk

Das Haus der Igel und die Auffangstation für Reptilien und Exoten leisten wertvolle Arbeit im Bereich Wildtierschutz und -pflege. Wer sein Engagement über den eigenen Garten hinaus ausdehnen möchte, findet bei Trees for All zudem die Möglichkeit, durch Aufforstungsprojekte aktiv zum Lebensraumerhalt beizutragen – was langfristig auch Igeln und anderen Mehlwürmerfressern zugute kommt.

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Fazit: Früh handeln, konsequent begleiten

Das Igelhaus im Spätsommer aufstellen, einen ruhigen Standort wählen, mit naturbelassenem Material einrichten und mit einem geeigneten Zufütterungsangebot ergänzen – das ist das Erfolgsrezept für ein echtes Wildtierquartier im Garten. Wer den Zeitpunkt klug wählt und die Ruhe des Winterschlafs respektiert, schafft einen Unterschlupf, der Saison für Saison genutzt werden kann.

Igel sind keine Haustiere und lassen sich nicht domestizieren. Aber mit der richtigen Unterstützung finden sie in einem gepflegten, naturnahen Garten genau das, was sie brauchen: Schutz, Nahrung und Ruhe.

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Für die Zufütterung von Igeln im Herbst und Frühjahr bietet Wormm getrocknete Mehlwürmer sowie Larven der Schwarzen Soldatenfliege (BSF) in verschiedenen Abpackgrößen – von 1 kg bis 20 kg. Naturbelassen, ohne Zusätze, schonend getrocknet und lange haltbar. Ideal als nahrhaftes Ergänzungsfutter für Wildtiere in Ihrem Garten.

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