Der Haussperling – im Volksmund schlicht „Spatz” genannt – gehört zu den bekanntesten Wildvögeln Deutschlands und ist dennoch in Bedrängnis: Seit den 1980er-Jahren haben die Bestände in Mitteleuropa um bis zu 70 Prozent abgenommen. Intensive Landwirtschaft, versiegelte Stadtflächen und der Rückgang insektenreicher Lebensräume treffen die Vögel hart. Wer Spatzen im Garten oder auf dem Balkon fördert, leistet einen konkreten Beitrag zum Artenschutz. Getrocknete Mehlwürmer sind dabei ein einfaches, hochwirksames Mittel.

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Warum Haussperlinge tierisches Eiweiß brauchen

Im Volksglauben gilt der Spatz als reiner Körnerfresser. Das stimmt nur zur Hälfte. Adulte Tiere decken im Sommer einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs über Mehlwürmer – und die Jungen im Nest sind in den ersten Lebenstagen fast ausschließlich auf tierisches Protein angewiesen. Ohne ausreichend Mehlwürmer überleben viele Nestlinge die Aufzuchtphase nicht.

Getrocknete Mehlwürmer (Tenebrio molitor) liefern genau jenen Nährstoffmix, den Spatzen in proteinintensiven Phasen benötigen: rund 53 % Rohprotein, wertvolle Aminosäuren sowie Fette, die als konzentrierte Energiequelle dienen. Das Forschungsprojekt InsectDry (gefördert durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung, IGF) hat die Trocknungsverfahren für Mehlwürmer weiterentwickelt und bestätigt, dass schonend getrocknete Produkte ihre Nährstoffprofile weitgehend erhalten.

Hinweis: Getrocknete Mehlwürmer ersetzen keine vollwertige, abwechslungsreiche Fütterung. Sie sind als Ergänzung zu Sämereien und Wildvogelmischungen gedacht. Im Zweifel zu Ernährungsfragen bei Wildvögeln in Ihrer Region – etwa im Falle auffällig kranker Tiere – empfehlen wir die Konsultation eines auf Wildvögel spezialisierten Tierarztes.
53 % Rohprotein (getr.)
28 % Rohfett (getr.)
5–10 g Tagesdosis pro Futterplatz
12 Mon. Haltbarkeit verschlossen
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Getrocknete vs. lebende Mehlwürmer – was ist besser?

Viele Gartenfreunde fragen sich, ob lebende Mehlwürmer nicht die bessere Wahl seien. Für den Privatgarten sprechen getrocknete Varianten in fast jeder Hinsicht:

Getrocknete Mehlwürmer

Praktisch & hygienisch

  • Lange lagerfähig (bis 12 Monate)
  • Kein Entkommen, keine Schimmelgefahr
  • Konstante Nährstoffwerte
  • Einfach dosierbar, gut mischbar
  • Ganzjährig verfügbar
Lebende Mehlwürmer

Naturnahe Alternative

  • Bewegungsreiz regt Vögel an
  • Höherer Feuchtigkeitsgehalt
  • Kurzfristige Lagerung nötig
  • Aufwändigere Handhabung
  • Höheres Hygiene-Risiko

Für die Ganzjahresfütterung von Spatzen sind getrocknete Mehlwürmer die empfehlenswertere Option. Sie lassen sich bequem mit Sonnenblumenkernen oder einer hochwertigen Wildvogelmischung kombinieren – genau so, wie es Spatzen im Freiland als Allesfresser gewöhnt sind.

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Wann und wie viel füttern?

Grundsätzlich lassen sich Spatzen das ganze Jahr über mit Mehlwürmern unterstützen – die Bedürfnisse verschieben sich jedoch je nach Saison:

Frühjahr und Brutzeit (März–Juli): Die wichtigste Phase. Elterntiere suchen intensiv nach Protein für die Nestlinge. Eine tägliche Portion von 5–10 Gramm getrockneter Mehlwürmer pro Futterstelle ist sinnvoll. Da Nestlinge Nahrung in halbverdautem Zustand erhalten, ist es ratsam, die Mehlwürmer leicht mit Wasser anzufeuchten, sodass die Elterntiere sie besser aufnehmen und weitergeben können.

Sommer (August–September): Die Nahrungsversorgung ist meist besser, die Fütterungsintensität kann etwas reduziert werden. Dennoch hilft eine kleine tägliche Ration Jungvögeln beim Aufbau ihrer Kondition vor dem Winter.

Herbst und Winter (Oktober–Februar): Kohlenhydrate und Fette stehen im Vordergrund, doch Protein bleibt wichtig für Gefiederpflege und Immunsystem. Mischen Sie Mehlwürmer mit Sonnenblumenkernen im Verhältnis etwa 1:4.

„Wer Spatzen konsequent über mehrere Jahre füttert, beobachtet, wie aus gelegentlichen Einzelbesuchern eine feste Kolonie wird – denn Haussperlinge sind ausgesprochen ortstreu und weitergeben ihr Wissen an Jungvögel.”

Wormm-Redaktion
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Die richtige Futterstelle für Haussperlinge

Spatzen sind Bodennähe gewohnt und fühlen sich an flachen, bodennahen Tischen wohler als an schmalen Röhrenautomaten, die für Singvögel mit kräftigem Schnabel konzipiert sind. Empfehlenswert sind:

Flache Futtertische oder Schalen in etwa 50–80 cm Höhe über dem Boden, gut einsehbar, aber in der Nähe von Deckung (Hecke, Strauch). Spatzen sind gesellige Tiere und kommen selten allein – planen Sie also eine großzügige Fläche ein, damit mehrere Tiere gleichzeitig fressen können.

Hygiene ist entscheidend: Reinigen Sie die Futterstelle mindestens einmal pro Woche mit heißem Wasser und einer Bürste. Schimmlige Reste oder verkotete Oberflächen können Krankheiten übertragen. Reste nasser Mehlwürmer sollten täglich entfernt werden.

Wasser nicht vergessen: Neben der Nahrung benötigen Spatzen ganzjährig frisches Trinkwasser. Im Winter das Vogeltränke-Eis täglich entfernen oder eine frostfreie Tränke verwenden.

Tipp aus der Praxis: Streuen Sie die Mehlwürmer zunächst direkt auf den Boden nahe einer bekannten Futterstelle. Sobald die Spatzen das neue Futter kennen, wechseln Sie zum Futtertisch. Das beschleunigt die Gewöhnung deutlich.
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Mehlwürmer richtig lagern

Getrocknete Mehlwürmer sind pflegeleichter als ihr Ruf. Damit Sie lange Freude an einer großen Packung haben, genügen drei Grundregeln:

Kühl und trocken: Ein Kellerregal oder ein kühler Vorratsschrank (unter 20 °C) sind ideal. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen Schimmel und Schädlingsbefall.

Luftdicht verschlossen: Nach der Entnahme die Verpackung immer fest verschließen. Größere Mengen (ab 5 kg) lassen sich gut in geruchsneutralen Vorratsdosen aus Kunststoff oder Metall umfüllen.

Haltbarkeit prüfen: Gut verpackte, getrocknete Mehlwürmer sind bei sachgerechter Lagerung bis zu 12 Monate haltbar. Vertrauen Sie Ihren Sinnen: Ein ranziger oder feuchter Geruch ist ein sicheres Zeichen, dass das Produkt nicht mehr verfüttert werden sollte.

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Spatzen schützen – über das Futter hinaus

Fütterung allein rettet keine Art. Haussperlinge brauchen auch Nistplätze und strukturreiche Gärten. Klassische Mauerspalten, dichte Kletterpflanzen und Spatzenkästen (Einflugöffnung: 32 mm Durchmesser) sind wichtige Bausteine. In Deutschland engagieren sich Organisationen wie das Haus der Igel für den Schutz von Kleintieren und heimischer Fauna – ein Netzwerk, das zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement und Fachwissen zusammenwirken.

Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu Mehlwürmer als Futtermittel liefern Forschungseinrichtungen wie die TU München und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die im Rahmen des IGF-Projekts InsectDry an der Optimierung getrockneter Mehlwürmerprodukte arbeiten. Auch für Wildvogelfutter sind diese Erkenntnisse relevant, da schonend getrocknete Produkte mehr Nährstoffe erhalten.

Wer in seiner Region aktiv im Wildvogelschutz mitarbeiten möchte, findet bei Auffangstationen für Reptilien und Exoten sowie im Netzwerk von Naturschutzinitiativen kompetente Ansprechpartner. Einen globalen Ausgleich für den ökologischen Fußabdruck der eigenen Futterkäufe bieten Programme wie Trees for All, die weltweit Aufforstungsprojekte unterstützen.

Gesundheitshinweis: Fallen Ihnen Spatzen auf, die apathisch wirken, taumeln oder auffällige Gefiederschäden zeigen, nehmen Sie keinen direkten Kontakt auf. Wenden Sie sich an eine lokale Wildtierauffangstation oder einen tierärztlichen Notdienst.