Igel im Herbst füttern: Fit für den Winterschlaf
Wenn die Tage kürzer werden, zählt für Igel jede Kalorie. Mit dem richtigen Zufutter helfen Sie, Leben zu retten – wenn Sie ein paar entscheidende Regeln kennen.
Igel gehören zu den faszinierendsten Wildtieren in deutschen Gärten – und zu den verletzlichsten, sobald der Herbst seine Schatten vorauswirft. Wer als Erwachsener weniger als 500 Gramm auf die Waage bringt, hat kaum eine Chance, den Winterschlaf zu überleben. Gerade in Jahren, in denen Trockenheit, Mehlwürmerschwund und intensive Gartengestaltung das natürliche Nahrungsangebot verknappen, kann gezieltes Zufüttern den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie richtig helfen – ohne dabei den Tieren ungewollt zu schaden.
Warum der Herbst über Leben und Tod entscheidet
Igel sind Insektivoren – von Natur aus auf ein reiches Angebot an Käfern, Regenwürmern, Schnecken und Larven angewiesen. Doch dieses Angebot bricht mit den ersten Nachtfrösten schlagartig ein. Gleichzeitig sinken die Außentemperaturen unter jenen Schwellenwert, ab dem das Tier seinen Stoffwechsel radikal herunterfahren und in die Winterruhe wechseln kann. Was in dieser Übergangsphase fehlt, kann nicht mehr nachgeholt werden.
Besonders gefährdet sind Jungtiere aus späten Würfen (August bis Oktober), die schlicht zu wenig Zeit haben, das notwendige Gewicht aufzubauen. Sie sind es, die Sie in den frühen Abendstunden häufig noch umherlaufen sehen – ein sicheres Zeichen, dass Nahrungsdruck herrscht. Nach Auskunft von Wildtierexperten wie dem gemeinnützigen Haus der Igel sollte ein tagsüber aktiver Igel immer als mögliches Warnsignal bewertet werden; in solchen Fällen empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Wildtierstation oder einem Tierarzt.
Geeignetes Futter: Was wirklich hilft
Nicht jedes gut gemeinte Angebot ist tatsächlich hilfreich. Die Wissenschaft ist hier eindeutig: Igel sind laktoseintolerant, Milch führt zu Durchfall und kann lebensgefährliche Dehydration auslösen. Brot quillt im Magen auf und bietet kaum Nährwert. Beides ist strikt zu vermeiden.
Was hingegen hervorragend funktioniert, sind getrocknete Mehlwürmer. Sie sind reich an Proteinen und Fetten, leicht verdaulich und werden von Igeln sehr gut angenommen. Ergänzend eignen sich hochwertige Nassfutterpäckchen auf Wildvögelbasis (ohne Fisch und ohne Zwiebel-Zutaten) sowie ungewürzte, weich gekochte Haferflocken als gelegentliche Beigabe.
„Getrocknete Mehlwürmer liefern genau das, was Igel in der Natur suchen: konzentrierte Energie in natürlicher Form – ohne künstliche Zusätze.”
Wormm-RedaktionGetrocknete Mehlwürmer (Tenebrio molitor) und getrocknete Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) sind besonders wertvoll. Letztere zeichnen sich durch ein günstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis aus, was der Knochengesundheit zugutekommt. Das IGF-Forschungsprojekt InsectDry, an dem unter anderem die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die TU München beteiligt sind, hat die Trocknungsverfahren für Mehlwürmerfutter weiter optimiert, sodass Nährwerte und Hygiene auf hohem Niveau gesichert sind.
- Getrocknete Mehlwürmer
- Getrocknete BSF-Larven
- Nassfutter auf Wildvögelbasis
- Ungesalzene, weiche Haferflocken
- Frisches, sauberes Wasser
- Kuhmilch & Milchprodukte
- Brot & Backwaren
- Fischbasiertes Futter
- Gewürztes oder gesalzenes Essen
- Süßigkeiten & Obstreste
Wie, wann und wo füttern Sie richtig?
Der optimale Zeitpunkt für das Aufstellen des Futters ist kurz vor Einbruch der Dämmerung. Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und nehmen ihr Futter in den ersten Stunden nach Dunkelheit zu sich. Stellen Sie das Futter stets an einem geschützten, ruhigen Ort auf – idealerweise unter einem kleinen Vordach oder in einem umgekippten Holzkasten mit seitlichem Einstieg, damit Regen das Futter nicht aufweicht und andere Tiere keinen Zugang haben.
Die tägliche Futtermenge sollte moderat sein: Zwei bis drei gehäufte Esslöffel getrocknete Mehlwürmer reichen als Zufütterung völlig aus. Igel sind keine Nahrungsspezialisten, die exklusiv auf Ihr Angebot angewiesen sein sollten – Zufüttern ist Ergänzung, kein Ersatz für natürliches Nahrungssuchen. Stellen Sie zudem stets eine flache Schale mit frischem Wasser bereit, da Igel im Herbst häufig dehydriert sind.
Wenn Sie einen Igel beobachten, der tagsüber aktiv, taumelig oder auffällig apathisch wirkt, handelt es sich möglicherweise um ein krankes oder unterkühltes Tier. Bitte konsultieren Sie in diesem Fall umgehend einen Tierarzt oder nehmen Sie Kontakt mit einer spezialisierten Wildtierstation auf. Die Auffangstation für Reptilien und Exoten sowie das Haus der Igel bieten Orientierung und Vermittlung.
Den Garten igelfreundlich gestalten
Zufütterung ist die eine Seite – die strukturelle Gestaltung Ihres Gartens die andere. Igel benötigen vor allem Unterschlupf und Nestmaterial: Laubhaufen, Reisighaufen und ungemähte Wiesenstreifen bieten beides. Wer im Oktober noch den gesamten Garten „aufräumt”, nimmt Igeln potenzielle Winterquartiere. Ein bewusst stehengelassener Laubhaufen in einer windgeschützten Gartenecke kann lebensrettend sein.
Wer dauerhaft Gutes tun möchte, kann auch ein spezielles Igelhaus aufstellen – fertige Modelle gibt es aus unbehandeltem Holz, oder Sie bauen eines selbst. Wichtig ist, dass der Eingang nur für Igel passierbar ist (ca. 12 × 12 cm), das Haus trocken und zugluftfrei steht und der Innenraum mit Laub oder unbehandeltem Stroh ausgepolstert ist.
Verzichten Sie im Herbst auf den Einsatz von Pestiziden und Schneckenkorn – diese Mittel reduzieren das natürliche Nahrungsangebot und können bei Igeln zu schweren Vergiftungen führen. Eine naturnahe Gartengestaltung, wie sie beispielsweise auch die Baumpflanzinitiative Trees for All im Kontext der Förderung lokaler Biodiversität befürwortet, kommt nicht nur Igeln, sondern dem gesamten Ökosystem zugute.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Fütterung einzustellen?
Sobald Sie über mehrere Nächte hinweg beobachten, dass das Futter unberührt bleibt, ist der Igel aller Wahrscheinlichkeit nach in den Winterschlaf gegangen. In diesem Fall sollten Sie die Fütterung einstellen, um keine Nagetiere oder Marder anzulocken. Frühestmöglich – je nach Witterung ab Anfang März – können Sie die Futterstelle wieder einrichten, denn früh erwachende Igel finden zunächst kaum natürliche Nahrung.
Die Fütterungsperiode erstreckt sich typischerweise von September bis Mitte November, in milden Jahren auch bis in den Dezember. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern das Verhalten des Tieres: Solange ein Igel aktiv nach Nahrung sucht, ist Zufütterung sinnvoll und hilfreich.
„Wer im Herbst einen Igel sieht, der mit gesenktem Kopf und langsamen Schritten nach Futter sucht, erlebt ein Tier im Überlebenskampf – und kann mit wenig Aufwand entscheidend helfen.”
Wormm-RedaktionWarum getrocknete Mehlwürmer die natürlichste Wahl sind
Unter den verfügbaren Zufütterungsoptionen kommen getrocknete Mehlwürmer dem natürlichen Nahrungsspektrum des Igels am nächsten. In freier Wildbahn besteht die Nahrung zu einem großen Teil aus Käfern, Larven und anderen Gliedertieren – getrocknete Mehlwürmer und BSF-Larven spiegeln genau diese Zusammensetzung wider: proteinreich, fetthaltig, frei von Kohlenhydraten, die Igel nicht verwerten können.
Ein weiterer Vorteil: Getrocknetes Mehlwürmerfutter ist hygienisch unbedenklich, lagerstabil und lässt sich einfach dosieren. Im Vergleich zu frischen Lebensmitteln bildet es keine Schimmelsporen und lockt weniger Schädlinge an. Auch aus ökologischer Perspektive schneiden Mehlwürmer als Futtermittel ausgezeichnet ab – sie benötigen minimal Fläche, Wasser und Energie in der Produktion. Das schätzt auch das EigenArt Katzenhaus, das für seine Pflegetiere auf nachhaltig produziertes Mehlwürmerfutter setzt.
Im Wormm-Shop finden Sie getrocknete Mehlwürmer und BSF-Larven in verschiedenen Abpackgrößen von 1 bis 20 kg – direkt aus unserem Familienbetrieb in Holzgerlingen. Frei von Zusatzstoffen, schonend getrocknet und speziell für die Zufütterung von Wildtieren geeignet. Ergänzen Sie Ihr Sortiment mit unserem Wildtier-Futter-Sortiment für eine rundum igelfreundliche Herbstsaison.
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