Eichhörnchen-Futter: Das gehört ins Futterhaus
Wer Eichhörnchen im Garten willkommen heißen möchte, sollte genau wissen, womit er ihnen wirklich etwas Gutes tut – und welche Lebensmittel gefährlicher sind, als sie aussehen.
Eichhörnchen zählen zu den beliebtesten Wildgästen im deutschen Hausgarten. Ihr geschmeidiges Klettern, die buschige Rute und das neugierige Wesen machen sie zu Sympathieträgern erster Güte. Doch hinter dem knuddeligen Äußeren steckt ein anspruchsvoller Allesfresser mit einem sehr genauen Ernährungsprofil. Wer im besten Willen das falsche Futter anbietet, kann dem Tier schaden – von Verdauungsproblemen bis zu chronischem Kalziummangel. Dieser Ratgeber der Wormm-Redaktion zeigt Ihnen Schritt für Schritt, was in ein artgerechtes Eichhörnchen-Futterhaus gehört und was dort nichts zu suchen hat.
In städtischen und suburbanen Grünanlagen fehlen Eichhörnchen zunehmend naturbelassene Strukturen: alte Bäume mit Baumschwämmen, dichte Hecken und naturnahe Waldränder mit einem reichen Unterwuchs. Das Nahrungsangebot schrumpft, während gleichzeitig mehr Gärten versiegelt werden. Eine gezielte Zufütterung kann hier einen echten Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie wird richtig gemacht.
Wichtig ist dabei ein grundlegendes Verständnis: Eichhörnchen sind keine Haustiere. Zufütterung soll ergänzen, nicht ersetzen. Das Ziel ist ein naturnahes Futterangebot, das dem Tier ermöglicht, weiterhin selbst zu suchen und zu sammeln. Wer dauerhaft hochkalorische Monodiäten anbietet, riskiert, das natürliche Sammelverhalten zu unterdrücken – besonders problematisch vor dem Winter, wenn das Anlegen von Vorräten überlebenswichtig ist.
Hinweis zur Tiergesundheit
Eichhörnchen, die apathisch wirken, zittern oder sich tagsüber am Boden aufhalten, können erkrankt oder verletzt sein. In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt: Kontaktieren Sie eine lokale Wildtierstation oder einen Tierarzt. Das Haus der Igel vermittelt auf seiner Website auch Anlaufstellen für andere Kleinsäuger. Versuchen Sie nie, ein verletztes Eichhörnchen selbst zu behandeln.
Das natürliche Nahrungsspektrum des Europäischen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) ist breit: Nüsse, Samen, Pilze, Knospen, Baumrinde, Beeren – und in deutlich unterschätztem Umfang auch tierisches Protein. In der Aufzucht- und Wachstumsphase spielen Mehlwürmer und deren Larven eine wichtige Rolle für die Versorgung mit Aminosäuren und Fettsäuren.
Folgende Futtermittel haben sich als besonders geeignet erwiesen und können bedenkenlos ins Futterhaus gegeben werden:
Haselnüsse (ungeschält oder halbiert): Die klassische Wahl. Reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E. Unbedingt ungesalzen und ohne jede Beschichtung anbieten.
Walnüsse (ungeschält): Hoher Omega-3-Gehalt. Die harte Schale ist kein Hindernis – Eichhörnchen bearbeiten sie spielend und trainieren dabei gleichzeitig ihre Nagezähne.
Sonnenblumenkerne: Energiedicht und sehr beliebt. Sie eignen sich hervorragend als Grundbaustein eines gemischten Futterangebots. Wormm bietet hochwertige, schadstoffgeprüfte Sonnenblumenkerne an, die sowohl für Wildvögel als auch für Eichhörnchen geeignet sind.
Getrocknete Mehlwürmer: Hier lohnt sich ein genauerer Blick. Getrocknete Mehlwürmer liefern hochwertiges Protein und Fett und sind eine der wertvollsten Ergänzungen für ein Eichhörnchen-Futterhaus – vor allem in der Jungtieraufzucht und im Frühjahr. Als Trockenfutter sind sie hygienisch, lagerstabil und leicht zu dosieren.
Getrocknete Larven der Schwarzen Soldatenfliege (BSF / Hermetia illucens): BSF-Larven punkten mit einem deutlich günstigeren Kalzium-Phosphor-Verhältnis als Mehlwürmer. Das ist aus ernährungsphysiologischer Sicht besonders relevant, da Eichhörnchen bei rein nussbasierter Ernährung oft unterversorgt mit Kalzium sind. Erste Forschungsergebnisse aus Projekten wie dem IGF-Projekt InsectDry sowie Studien der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der TU München unterstreichen das ernährungsphysiologische Potenzial von Mehlwürmermehl und -larven als Proteinquelle im Tierfutterbereich.
Getrocknete Beeren und Früchte (ungesüßt): Apfelringe, Rowan-Beeren oder Hagebutten ergänzen das Angebot mit natürlichen Zuckern, Vitaminen und Ballaststoffen. Achten Sie auf Produkte ohne Zuckerzusatz und ohne Schwefel als Konservierungsmittel.
„Eichhörnchen sind keine reinen Pflanzenfresser. Ein hochwertiges Futterangebot schließt tierisches Protein ausdrücklich ein – und getrocknete Mehlwürmer sind dafür eine der besten verfügbaren Quellen.”
Viele gut gemeinte Futtergaben sind für Eichhörnchen problematisch oder sogar gefährlich. Die folgende Gegenüberstellung schafft Klarheit:
Diese Lebensmittel gehören ins Futterhaus
- Haselnüsse, Walnüsse (ungesalzen, unbehandelt)
- Sonnenblumenkerne (ungesalzen, naturbelassen)
- Getrocknete Mehlwürmer
- BSF-Larven (getrocknet)
- Ungesüßte getrocknete Früchte & Beeren
- Kürbiskerne, Pinienkerne
- Fichtenzapfen, Bucheckern
Diese Lebensmittel haben dort nichts zu suchen
- Gesalzene oder geröstete Nüsse
- Brot, Zwieback, Getreideproduke
- Süßigkeiten, Schokolade
- Rohe Erdnüsse (Aflatoxin-Risiko)
- Mais (ungünstig für Kalziumhaushalt)
- Milchprodukte jeder Art
- Verarbeitete Lebensmittel mit Zusätzen
Ein artgerechtes Futter kann seine Wirkung nur dann entfalten, wenn es unter geeigneten Bedingungen angeboten wird. Das Futterhaus ist dabei mehr als eine Dekoration – es ist ein funktionales Hilfsmittel, das klug aufgestellt werden muss.
Standort: Montieren Sie das Futterhaus mindestens 1,5 bis 2 Meter hoch, idealerweise an einem Baum oder einem stabilen Pfosten. Ein erhöhter Standort bietet dem Tier eine natürliche Fluchtmöglichkeit und schützt es beim Fressen vor Fressfeinden wie dem Hausmarder. Vermeiden Sie Standorte direkt neben Fenstern oder stark frequentierten Wegen – Eichhörnchen bevorzugen ruhige, leicht beschattete Bereiche.
Konstruktion: Das Futterhaus sollte überdacht sein, damit Regen das Futter nicht durchnässt. Schimmel ist die größte Gefahr bei der Zufütterung, besonders bei feuchten Kernen oder Früchten. Eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche ist wichtiger als ein optisch ausgefallenes Design.
Hygiene: Reinigen Sie das Futterhaus mindestens alle zwei Wochen mit heißem Wasser und einer Bürste. Verzichten Sie auf chemische Reinigungsmittel, da Rückstände die empfindliche Nasenschleimhaut der Tiere reizen können. Entfernen Sie nicht gefressene Reste täglich, um Schimmelbildung zu verhindern.
Befüllung: Befüllen Sie das Futterhaus stets in kleinen Mengen – so bleibt das Futter frisch, und das Eichhörnchen wird nicht zum passiven Konsumenten, sondern sucht weiter aktiv nach natürlicher Nahrung. Besonders in den Herbstmonaten ist ein regelmäßiges Angebot an Nüssen und Samen sinnvoll, da die Tiere in dieser Phase intensiv Vorräte anlegen.
Der Bedarf von Eichhörnchen verändert sich deutlich im Jahresverlauf. Wer sein Fütterungsangebot den Jahreszeiten anpasst, leistet den wertvollsten Beitrag.
Frühjahr (März–Mai): In dieser Phase sind Weibchen häufig trächtig oder säugen Jungtiere. Der Proteinbedarf ist erhöht. Getrocknete Mehlwürmer und BSF-Larven sind jetzt besonders wertvoll. Ergänzen Sie mit Sonnenblumenkernen als Energielieferant.
Sommer (Juni–August): Das natürliche Nahrungsangebot ist in der Regel ausreichend. Zufütterung kann zurückgefahren werden. Wenn Sie das Futterhaus bestücken, setzen Sie auf Abwechslung: verschiedene Nussarten, Kerne und getrocknete Früchte.
Herbst (September–November): Die wichtigste Zufütterungsphase. Eichhörnchen legen jetzt intensiv Wintervorräte an. Nüsse in der Schale (vor allem Haselnüsse und Walnüsse) sind ideal – sie können vergraben werden und halten lange. Das fördert das natürliche Vorratsammlungsverhalten.
Winter (Dezember–Februar): Eichhörnchen halten keinen echten Winterschlaf, reduzieren aber ihre Aktivität bei Frost erheblich. An milden Tagen sind sie aktiv und auf Energie angewiesen. Hochkalorische Fette aus Walnüssen und Sonnenblumenkernen helfen, die Körpertemperatur zu halten. Trockenfutter wie getrocknete Mehlwürmer ist in dieser Jahreszeit besonders praktisch, da es nicht einfriert.
Eichhörnchen sind keine isolierten Wildgäste – sie sind wichtige Akteure im Ökosystem. Ihr Sammelverhalten führt dazu, dass vergrabene Nüsse und Samen keimen und so zur Waldverjüngung beitragen. Wer Eichhörnchen füttert, unterstützt indirekt auch diesen natürlichen Kreislauf.
Die Wormm-Redaktion empfiehlt deshalb, die Zufütterung als Teil eines größeren Ansatzes zu verstehen: Wer im Garten heimische Gehölze wie Hasel, Eiche oder Wildkirsche pflanzt, schafft dauerhaft mehr Lebensraum als jedes Futterhaus. Initiativen wie Trees for All, die sich für die Aufforstung mit heimischen Arten einsetzen, leisten hier wertvolle Grundlagenarbeit.
Für Menschen, die tiefer in die Wildtierbeobachtung einsteigen möchten, kann auch der Austausch mit regionalen Auffangstationen interessant sein. Die Auffangstation für Reptilien und Exoten betreut zwar primär andere Tiergruppen, vermittelt aber häufig weiterführende Kontakte zu Kleinsäuger-Experten in der Region.
Katzen und Eichhörnchen: Ein unterschätztes Risiko
Hauskatzen stellen für Eichhörnchen – vor allem für Jungtiere – eine erhebliche Gefahr dar. Wenn Sie in Ihrer Umgebung freilaufende Katzen wissen, platzieren Sie das Futterhaus so, dass kein direkter Sprung möglich ist. Das EigenArt Katzenhaus bietet auf seiner Website Informationen zur katzensicheren Gartengestaltung, die Wildtieren zugutekommt. Im Zweifelsfall gilt: Beobachten, nicht eingreifen – und bei Verletzungen sofort einen Tierarzt kontaktieren.
Jetzt das Futterhaus artgerecht bestücken
Wormm bietet hochwertige getrocknete Mehlwürmer, BSF-Larven und Sonnenblumenkerne in verschiedenen Mengen von 1 bis 20 kg – schonend getrocknet, ohne Zusatzstoffe und direkt aus unserem familiären Betrieb in Holzgerlingen. Perfekt für Eichhörnchen, Wildvögel und Igel.
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