Was fressen Schmetterlinge? Nektarquellen im Garten
Ein schmetterlingfreundlicher Garten beginnt mit dem richtigen Pflanzenangebot. Wir erklären, wie sich Falter ernähren und welche Nektarquellen sie wirklich anziehen.
Schmetterlinge gehören zu den auffälligsten und zugleich empfindlichsten Indikatoren für ökologische Gesundheit eines Gartens. Wer jemals einen Schwalbenschwanz beim Besuch einer Lavendelspirale beobachtet hat, weiß: Das Zusammenspiel zwischen Falter und Blüte ist keine Zufälligkeit, sondern das Ergebnis Millionen Jahre langer gemeinsamer Evolution. Doch was brauchen Schmetterlinge tatsächlich, um in einem Garten dauerhaft heimisch zu werden? Und welche Pflanzen leisten dabei den größten Beitrag?
Dieser Ratgeber der Wormm-Redaktion erklärt die Ernährungsbiologie von Schmetterlingen, benennt die wirkungsvollsten Nektarpflanzen für deutsche Gärten und zeigt, wie Sie durch einfache Maßnahmen ein stabiles, artenreiches Ökosystem aufbauen – zum Wohl der Falter, anderer Mehlwürmer und letztlich des gesamten Gartens.
Die Ernährung des Falters – mehr als nur Nektar
Schmetterlinge durchlaufen eine vollständige Metamorphose: Ei, Raupe, Puppe, Falter. Jedes Stadium hat eigene Nahrungsansprüche. Als Raupen fressen sie fast ausschließlich Blätter, Kräuter oder Gräser – häufig streng wirtspflanzenspezifisch. Der adulte Falter hingegen nimmt flüssige Nahrung auf, da sein Mundwerkzeug zu einem langen, aufrollbaren Rüssel (Proboscis) umgebildet ist.
Die Hauptnahrungsquelle ausgewachsener Schmetterlinge ist Blütennektar. Der zuckerreiche Saft liefert schnell verwertbare Kohlenhydrate für den energieintensiven Flug. Einige Arten – darunter der Trauermantel oder der Kleine Fuchs – trinken auch den fermentierten Saft überreifer oder angebissener Früchte. Wieder andere nehmen Mineralsalze und Feuchtigkeit von nassem Boden, feuchten Steinen oder sogar von Tierkot auf. Dieses Verhalten wird als „Puddling” bezeichnet und dient der Versorgung mit Natrium und Aminosäuren.
Der Rüssel eines Schmetterlings kann mehrere Zentimeter lang werden. Damit gelangen Falter auch in tiefe Blütenkelche, die für Bienen unzugänglich sind. Schwärmer etwa sind auf Blüten mit besonders langen Kelchen spezialisiert und fliegen dabei ähnlich wie ein Kolibri schwebend.
Welche Pflanzen locken Schmetterlinge an?
Nicht jede Blüte ist für Schmetterlinge gleich attraktiv. Entscheidend sind Nektargehalt, Zugänglichkeit des Nektars, Blütenfarbe (bevorzugt Violett, Lila, Gelb) und Duft. Gefüllte Zierblüten – wie sie in vielen Gärten als vermeintlich üppige Blühpflanzen verkauft werden – sind für Schmetterlinge nahezu wertlos, da Nektar und Pollen hinter den dichten Blütenblättern verborgen bleiben.
Die folgende Auswahl zeigt bewährte Nektarpflanzen für den heimischen Garten, geordnet nach Blütezeit:
Besonders wertvoll sind Pflanzen, die gleichzeitig als Wirtspflanze für Raupen dienen. Der Gemeine Bläuling etwa ist auf Wiesenklee und Hornklee angewiesen; das Tagpfauenauge bevorzugt Brennnesseln als Raupenfutterpflanze. Wer also nicht nur Falter anlocken, sondern ihnen eine Heimat bieten möchte, lässt eine Ecke des Gartens bewusst „wild” wachsen.
Einjährig oder mehrjährig – der richtige Mix
Ein schmetterlingfreundlicher Garten braucht ein durchgängiges Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. Viele überwinternde Arten – darunter Zitronenfalter und Kleiner Fuchs – verlassen ihren Winterversteck bereits an sonnigen Märztagen und sind auf frühe Trachtpflanzen wie Schlüsselblume, Huflattich oder Weidenkätzchen angewiesen.
Flexibel & üppig
- Phacelia (Bienenfreund)
- Kornblume
- Borretsch
- Cosmea
- Studentenblume (ungefüllt)
Beständig & strukturgebend
- Lavendel
- Schafgarbe
- Fetthennen-Arten (Sedum)
- Origano & Thymian
- Schlüsselblume, Flockenblume
Die Kombination beider Gruppen ist ideal: Mehrjährige Stauden bilden das dauerhafte Grundgerüst, einjährige Pflanzen füllen Lücken und ermöglichen jährliche Variationen. Achten Sie dabei auf regionale Wildpflanzen, die in ihrer genetischen Zusammensetzung an heimische Mehlwürmer angepasst sind und höheren ökologischen Wert besitzen als viele Zuchtformen.
Lebensraum statt nur Nahrung – der ganzheitliche Ansatz
Nektar allein genügt nicht. Schmetterlinge benötigen Sonnenplätze zum Aufwärmen, windgeschützte Bereiche, Überwinterungsquartiere und – in der Raupenphase – geeignete Wirtspflanzen. Folgende Maßnahmen ergänzen das Nektarangebot sinnvoll:
„Ein wilder Gartenwinkel mit Brennnesseln, Brombeeren und trockenem Laub leistet für Schmetterlingspopulationen mehr als das schönste Blumenbeet mit Zierstauden.”
Wormm-Redaktion · GartenratgeberTotholz und Steinhaufen bieten Puppen und Imagines Unterschlupf. Offene Sandflächen dienen als Puddling-Plätze für mineralstoffhungrige Arten. Lichtzufuhr ist entscheidend: Schmetterlinge sind wechselwarm und brauchen die Sonnenwärme, um flugfähig zu werden – dichte, schattige Hecken aus Thujen sind für sie wertlos.
Forscher der TU München konnten in Feldstudien zeigen, dass eine strukturreiche Gartengestaltung mit heimischen Wildpflanzen die lokale Tagfalterdiversität signifikant erhöht – selbst auf kleinen Flächen von unter 200 m². Ähnliche Erkenntnisse liefert die Forschung im Rahmen des IGF-Projekts InsectDry, das Wechselwirkungen zwischen Mehlwürmerpopulationen und landwirtschaftlichen Praktiken untersucht.
Pestizide, Mähroboter und andere Gefahren
Die größten Bedrohungen für Schmetterlinge im Garten sind oft hausgemacht: Insektizide und Herbizide eliminieren nicht nur Schädlinge, sondern auch die Falter selbst und ihre Raupen. Wer auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet oder ihn stark reduziert, schafft die Grundvoraussetzung für jeden schmetterlingfreundlichen Garten.
Mähroboter, die permanent und flächendeckend fahren, lassen keine Blühphasen von Wiesenpflanzen zu und töten direkt Raupen und Puppen. Ein zeitlich gestaffeltes Mähmanagement – abschnittweises Mähen, Stehenlassen von Randstreifen – ist deutlich verträglicher. Das „Mosaikprinzip” aus gemähten und ungemähten Flächen hat sich dabei als besonders wirksam erwiesen.
Wenn Sie im Garten verletzte oder geschwächte Wildtiere finden, wenden Sie sich an eine Auffangstation. Für Reptilien und Exoten gibt es spezialisierte Einrichtungen wie die Auffangstation für Reptilien und Exoten. Bei Igeln, die tagsüber orientierungslos wirken, leistet das Netzwerk Haus der Igel kompetente Beratung. Im Zweifel sollten Sie stets eine tierärztliche Einschätzung einholen.
Das große Ganze – Schmetterlinge im Ökosystem Garten
Schmetterlinge sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern ökologisch bedeutsam. Als Bestäuber übertragen sie Pollen zwischen Blüten und sichern damit die Fortpflanzung zahlreicher Pflanzenarten. Als Raupen sind sie Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse und andere Mehlwürmerfresser. Ihr Rückgang – dokumentiert unter anderem durch Forschungsprojekte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – hat daher Auswirkungen weit über die Falter selbst hinaus.
Auch Wildvögel profitieren von einem schmetterlingfreundlichen Garten, da viele Singvögel ihre Jungen ausschließlich mit Mehlwürmer und Raupen aufziehen. Wer also heimische Nektarpflanzen anbaut und auf Pestizide verzichtet, schafft nicht nur für Schmetterlinge, sondern für das gesamte Nahrungsnetz des Gartens bessere Bedingungen.
Für zusätzliche Unterstützung der Artenvielfalt setzt die Wormm-Redaktion auf Partnerschaften mit ökologischen Initiativen: Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Trees for All trägt Wormm zur Aufforstung und damit zur Verbesserung von Lebensräumen für Mehlwürmer und Wildtiere bei.
Wildtiere im Garten natürlich unterstützen
Ein schmetterlingfreundlicher Garten zieht auch andere Wildtiere an – darunter Igel, Wildvögel und viele Nützlinge. Wormm bietet hochwertiges getrocknetes Mehlwürmerfutter, Sonnenblumenkerne und Wildtierfutter, das ohne künstliche Zusätze auskommt und gezielt auf die Bedürfnisse heimischer Gartenbewohner abgestimmt ist.
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